Welche Zutaten eignen sich für die Rohfütterung der Katze?
- Fleisch: Im Prinzip kann die Katze jede Art von Fleisch fressen, aber sie benötigt Abwechslung: Füttern Sie im Wechsel Rind, Schwein, Kaninchen, Wild, Ziege und Schaf. Das Fleisch kann und soll natürlich mit dem Fett verfüttert werden und ebenso sollten Sie Innereien wie Herz, Leber, Mägen geben. Besonders gern mögen Katzen meist Geflügel und auch Knochen. Wie beim Hund gilt: Rohe Knochen, auch die des Geflügels, splittern nicht und können von der Katze hervorragend verwertet werden. Nur gekochte Knochen sollten von den Tieren fern gehalten werden.
Übrigens: Die Aujeszy-Krankheit, die durch Schweinefleisch übertragen wird, gibt es bei uns schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Wer trotzdem Angst davor hat, Schweinefleisch aus dem Supermarkt zu kaufen, kann beim Biobauern entsprechendes Fleisch bekommen. Ich selbst füttere meinen Katzen seit Jahren Schweinefleisch, das auch aus dem Supermarkt stammt, und noch keine meiner Katzen ist je daran erkrankt.
- Fisch: Viele Katzen lieben Fisch. Geben Sie Ihrer Katze vorzugsweise Salzwasserfische, denn diese sind aufgrund ihres hohen Gehaltes an Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren am besten für den Katzenorganismus geeignet.
- Getreide und Gemüse: Da die Katze kaum Kohlehydrate und Ballaststoffe benötigt, sollte Getreide nur in minimalen Mengen gefüttert werden. Aber natürlich kann man zum Fleisch Getreideflocken wie z. B. Reisflocken, Maisflocken, Weizenkleie und Haferkleie geben, die zuvor in Wasser aufgeweicht wurden. Auch reifes Obst und gekochtes und zerkleinertes Wurzelgemüse können den Fleischbrocken beigemischt werden.
Nicht verfüttert werden sollten allerdings Nachschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Peperoni und Auberginen.
- Eier: Rohe Eier sind wertvolle Vitamin-A-Lieferanten. Optimal ist es, wenn die Katze pro Woche drei Eier bekommt, um den Bedarf dieses Vitamins decken zu können.
- Milchprodukte: Hüttenkäse, Kefir und Quark, also alle laktosefreien Milchprodukte, können der Katze hin und wieder bedenkenlos gegeben werden. Milch sollte nur laktosereduziert angeboten werden und dies auch nur dann, wenn die Katze von klein auf daran gewöhnt ist und die entsprechenden Bakterien im Darm existieren.
- Taurin: Katzen benötigen unbedingt Taurin. Dies findet sich u. a. im Herzmuskelfleisch und in Meeresfrüchten. Wenn Ihre Katze Taurin nur in geringem Maße oder gar nicht durch die Rohfütterung bekommen, weil sie Fleisch-Innereien und Meeresfrüchte nicht mag, sollten Sie Taurin-Tabletten geben (ca. 350 bis 500 mg/Tag).
- Sonstiges: Katzen benötigen Grasfasern, um ihren Darm zu reinigen und durch das Putzen verschluckte Haare zu verdauen. Deshalb sollten Katzen, die reine Wohnungskatzen sind, stets Katzengras und Katzenminze zur Verfügung haben. Auch Kalzium wird von der Katze gebraucht. Mag sie keine Knochen oder Hühnerflügel, kann man das fehlende Kalzium in Form von geriebenen Eierschalen zusetzen, die man über das Fleisch streut. Auch das notwendige Salz, das sonst in den Knochen steckt, kann mit einer kleinen Prise, das man auf das Fleisch gibt, zugeführt werden.
- Ernährungsumstellung: Katzen haben ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Geschmack – als Katzenbesitzer kennen Sie dies nur zu gut. Es gibt natürlich Katzen, die sich vehement gegen die Umstellung von Fertigfutter auf Rohfütterung wehren, weil sie von klein auf Konserven und Trockenfutter gewohnt sind. Sie können natürliche Nahrung nicht mehr erkennen und wenden sich zutiefst angeekelt ab. Dies wirft Probleme auf, die mit einigen Tricks in Griff zu bekommen sind: Man kann das Fleisch anfangs mit ein wenig Öl kurz garen, bevor man es serviert oder rohe Fleischstückchen zunehmend unter das bis dahin bevorzugte Futter mischen. So „schleicht“ man das Fertigfutter aus.
Doch es gibt natürlich auch Katzen, bei denen alle Tricks versagen und die sich einfach nicht mehr umstellen lassen – und das Gezetere einer hungernden Hauskatze ist selbst für Menschen mit starkem Nervenkostüm schlicht unerträglich! Hier gilt es, das geringste Übel zu wählen: Füttern Sie Ihre Katze mit dem hochwertigsten Trocken- und Dosenfutter, das Sie finden können. Im Supermarkt und in den Tier-Discounter-Ketten finden sie solches Futter jedoch nicht. Einige wenige Hersteller bieten Fertigfutter zu moderaten Preisen an, die nahezu die 93% reinen Fleischanteil beinhalten und Trockenfutter, das nur einen geringen Getreideanteil hat.
Wenn es jedoch irgend geht, stellen Sie die Ernährung Ihrer Katzen auf B.A.R.F. um. Es gibt einige sehr gute Bücher zum Thema, wie z. B. „Natural Cat Food“ von Susanne Reinert sowie verschiedene Titel der Autorin Swanie Simon.
Für alle Fragen rund um die bestmögliche Ernährung stehen wir Ihnen in unserer Praxis selbstverständlich gerne zur Verfügung.






