Ob Kind, Erwachsener oder Tier: Allergien sind im Vormarsch.
Mittlerweile ist jedes 4. Grundschulkind in Deutschland von mindestens einer Allergie betroffen. Auch Erwachsene leiden zunehmend an Allergien und Nahrungsmittel-Intoleranzen. Und unsere Tiere? Das Auftreten von Futtermittelunverträglichkeiten und vielen anderen Allergien gegen bestimmte Stoffe macht auch vor unseren vierbeinigen Familienmitgliedern nicht halt.
Eine Allergie ist eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene), die sich in typischen, oft mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Symptomen äußert. Die Hyper-Reaktionen auf Allergene sind sehr vielfältig und die Suche nach den Auslösern einer Allergie oft langwierig und frustrierend.
So können für Tiere z. B. chemische Verbindungen in der Umwelt, in der Atemluft, im Wasser oder Haushaltssprays, Desinfektionsmittel, Waschmittel, natürlich Zigarettenrauch und Auspuffabgase ebenso allergieerregend sein wie Medikamente, z. B. Antibiotika, Hormone, Impfstoffe, Entwurmungsmittel, Pestizide u. v. m. Auch Pollen und Samen verschiedenster Pflanzen können die Ursache sein.
Allergien bei Tieren – von Menschenhand gemacht
Allerdings treten bei den Tieren vor allem immer mehr Futtermittelallergien auf, die in erster Linie auf die chemischen und künstlichen Inhalts- und Zusatzstoffe der industriell hergestellten Nahrung zurück zu führen sind (siehe hierzu auch unsere Informationen zum Thema Ernährung). Doch abgesehen von den zugesetzten Inhaltstoffen werden unsere Tiere durch das Industriefutter regelrecht zu potentiellen Getreidefressern umerzogen, wofür ihre Mägen und Verdauungsorgane durchaus nicht geeignet sind. So werden allergischen Reaktionen Tür und Tor geöffnet. Da die Darmfunktionen zerstört werden und so Fremdstoffe in den Blutkreislauf gelangen, wird das gesamte tierische System überstrapaziert und bricht nach und nach zusammen. Veränderungen des Fells, Hautausschläge und Durchfall sind dann meist die ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion.
Meist entwickeln sich jedoch bei unseren Tieren nicht nur Allergien auf einen bestimmten Stoff, sondern gleich auf mehrere. Viele Kollegen sprechen von einer „Eiweiß-Allergie“, doch dies stimmt so nicht; denn nur die an pflanzliche Kohlehydratträger gebundenen Eiweiße sind schädlich. Tierisches, an Wasser gebundenes Eiweiß entspricht der organischen Natur von Hund, Katze, Hamster etc. Doch sind die Tiere erst einmal sensibilisiert und der Druck der Allergie auslösenden Allergene wird nicht reduziert, entwickeln sich weitere Allergien und wir erhalten ein chronisch krankes, leidendes Tier.
Die Diagnose und Behandlung von Allergien
Ein chronisch an Allergien erkranktes Tier zu behandeln, stellt eine große Herausforderung für den Tierhalter und den Tierarzt gleichermaßen dar. Die meisten Allergie-Patienten, die ich in meiner Praxis zur Vorstellung bekomme, sind oft schon „austherapiert“. In aller Regel wurden sie schon im Sinne der Schulmedizin mit Cortison, chemischen Hautlotionen etc. behandelt und haben vielerlei Allergietests hinter sich, die sowohl dem Tier als auch seinem Halter an die – nervliche und finanzielle – Substanz gehen.
Bevor deshalb mit einer konstruktiven und neuen Behandlung begonnen werden kann, müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Der Besitzer muss gewillt sein, sein Tier vor allem in Bezug auf die Ernährung meist vollkommen
umzustellen. Dies dauert und ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. - Die Reaktivierung bzw. Normalisierung des Immunsystems kann lange dauern. Denn die
Nebenwirkungen z. B. von Cortison und diversen Antibiotika sind oft weitreichender als man glaubt. - Andere allergieauslösende Faktoren wie z. B. Flöhe, Milben oder auch Kontaktallergene wie etwa
Plastikschüsseln oder Kunstfaserdecken müssen vorher erkannt, ausgeschlossen und eliminiert
werden
Beginnen wir mit einer Anti-Allergie-Therapie, stehen zunächst Darmsanierung und Darmaufbau im Mittelpunkt. Dies geschieht i. d. R. mit einer speziellen Fastenkur, die mit der Verabreichung von aktiven Darmbakterien einher geht. Gefüttert werden dann zunächst ausschließlich eine rohe Fleischsorte, verschiedene Gemüse und verschiedene, gegen Allergien wirksame Kräuter.
Nach drei bis vier Wochen wird die Fleischsorte gewechselt und so langsam die aktuelle Unverträglichkeit anderer Fleischsorten relativiert. Auf Getreide verzichten wir vollkommen und dies gilt auch für sog. „Leckerlis“ aus dem Supermarkt. Als Belohnung bewähren sich stattdessen getrocknete Fleischstücke. Es wird radikal auf alles verzichtet, was nicht natürlich ist. Sogenanntes Allergiefutter großer Hersteller ist ebenso strikt tabu, bewirkt es doch mittel- und langfristig genau das Gegenteil dessen, was wir zu regulieren versuchen.
Die Diagnose und der Therapieansatz bei einem an einer oder mehreren Allergien erkrankten Tier sind so individuell und vielfältig wie das Tier selbst. Die vorgenannten Informationen können Ihnen daher nur einen generellen Überblick geben.
In unserer Praxis werden wir Ihren Fall individuell diagnostizieren und dementsprechend behandeln. Jedenfalls ist fast jede Allergie mit natürlichen und konstruktiven Maßnahmen zu therapieren und lässt Ihr Tier und damit auch Sie wieder besser und glücklicher leben.





